Morgen gehts nach Cachi ueber die Valle de los Calchaquies. Die Calchaquies waren ein Indianerstamm, der den Spaniern starken Widerstand entgegenbrachte und das Territorium eisern verteidigte. Die Gegend ist wohl auch sehr unzugänglich: Serpentinenstraßen und enge Schlängelpfade über grüne Täler. Ich bin schon ganz gespannt und freue mich drauf! Morgen früh um sieben gehts dann los...
Und es ging los...die Fahrt war spektakulär. Cachi selbst ist ein netter, blitzsauberer Ort, überall sind Schilder angebracht, die so drohende Botschaften wie "Abfall hier hinwerfen ist wie die eigene Seele aus dem Leib reißen". Naja, fast sinngemaess so. Und dann haben wir auch noch so interessante Inschriften an einem Haus gefunden: "Dies ist ein katholisches Haus. Protestantische Propaganda oder Propaganda anderer Sekten ist unerwünscht. Es lebe der Heiland."
Da haben wir schon gestaunt. Es ist ja schoen, zum eigenen Glauben zu stehen, aber diese Art der Glaubensbekennung fand ich etwas zu martialisch. In Cachi hatten wir dann ein nettes Hostal mit tiefgekühlten Zimmern, die dann aber bei der Mittagshitze sehr angenehm waren. Es ist sowieso noch unglaublich warm tagsüber, morgens dann schon sehr frisch. Der beruehmte Tag-Nacht-Unterschied in den Bergen. Ein fantastisches Restaurant haben wir dann auch entdeckt: es gab eisgekühlten Torronteswein, ein koestlicher Weisswein aus der Region, dazu Humitas, eine Kaese-Mais-Mischung in einem Maisblatt gekocht und mit Zwiebeln gewürzt. Nichts Besonderes, aber es war sehr lecker. Dazu dann das obligatorische Stück Fleisch, auch sehr zart. Ein Geheimtip!
Dann kamen wir auf die Idee, Räder zu mieten und haben diese morgens auf das Busdach gepackt und uns 30 Kilometer weiter dann wieder rausschmeißen lassen.
Die Landschaft war gigantisch: Kakteenfelder so weit das Auge reicht, bunte Berghügel und eine top Straße, die immer leicht bergab ging. Einige fanden das toll (ich), andere eher nicht (Mario). Bei einem riesigen Paprikafeld haben wir noch Halt gemacht und tolle Fotos geschossen. Die Paprikas liegen in der Sonne zum Trocknen aus und sehen von Weitem wie riesige Teppiche aus.
Auf einem bizarr anmutenden Friedhof waren wir abends dann auch noch. Mit der Kulisse der Berge die letzte Ruhestätte zu haben, ist auch nicht das Schlechteste. Heute ging es dann die 180 km nach Salta zurueck, wofür der Bus fast 5 Stunden braucht. Und der Fahrer fuhr sportlich! Die Strecke war bei der Rueckfahrt fast noch beeindruckender und im Lonely Planet steht, dass die Leute von hier ihre quengelnden Kleinkinder gegen die Scheibe halten, und sie sind augenblicklich ruhig. Ob aus Angst oder Begeisterung...ich war begeistert, habe mich aber in den Kurven instinktiv gut festgehalten, denn es ging steilst runter. Fotos folgen noch. Jetzt sind wir wieder in Salta, in einem sehr nett geführten Hostal und haben die Qual der Wahl: Entweder etwas Regenwald, Stausee mit Tirolesa (so eine Art Seilbahn, und da denke ich mit etwas Schrecken an Usedom zurueck), oder einfach mal einen Tag ohne großes Programm, denn am Sonntag fahren wir mit dem Zug in die Wolken, der dann zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder in Betrieb ist. Diese Bahnfahrt wird sicher auch wieder ein Highlight...
Wow, hört sich echt toll, da gerate ich doch glatt wieder ins Reisefieber!
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