Mittwoch, 13. Mai 2009

Das Tageblatt


Also, fast seit einem Jahr befasse ich mich mit dieser Zeitung. Der ältesten noch existierenden deutschsprachigen Zeitung auf dem lateinamerikanischen Kontinent, wenn nicht sogar weltweit. In Berlin blätterte ich es im Ibero durch, jetzt bin ich "Teil davon", zumindest für drei Monate. Durchblättern ist vielleicht etwas untertrieben. Ich habe schon einen zweiten, ja auch einen dritten Blick riskiert. Habe den historischen Aspekt der Zeitung integriert in meine Recherche, diesen dann durch den aktuellen ergänzt...es mit etwas Wissen durch empirisches Material unterfüttert, ja, ja...das habe ich. Das Tageblatt hat eine beachtliche Geschichte hinter sich und glücklicherweise konnte ich die 120 Jahre hier Ende April mitfeiern. Es gab ein leckeres Essen in einem Nobelhotel und ich lernte die anderen freien Mitarbeiter mal alle persönlich kennen - Heidi, von Heidis Ecke, Marlú von der Reiseseite, und all die anderen meistens Frauen, von denen ich bisher nur die Kürzel unter den Artikeln kannte.





Alle haben eine interessante Geschichte hinter sich und der Dienstjüngste ist bereits auch schon seit zwölf Jahren dabei.
Es wird Deutsch und Spanisch im fliegenden Wechsel gesprochen. Der Mitarbeiterstab hat einige Unikate: da ist einmal Reina (die Königin), die die Vereinsseite tippt. Zwischendurch hört man wenig von ihrem Platz - ein Blick nach links- der Kopf ist tief nach unten gesunken und der Atem geht ruhig. Reina schläft. Dann gibt es Helma, ein Energiebündel, die Fabio, den Layouter, gut auf Trab hält. "Fabio!" schallt es gerne durch den Raum. Der nimmts gelassen. Stefan, den gelassenen Chefredakteur, Susanne die engagierte Kulturjournalistin, Markus der "Neue"...die Anzeigenabteilung, die Herren Alemann. Ich schreibe hauptsächlich für den Kulturbereich. Mein erstes Highlight war die Buchmesse und dort ein Interview mit Julia Franck. Ein wenig Aufregung vor dem Termin war schon da: Julia Franck - die Deutsche Buchpreisgewinnerin...sie war sehr nett, hatte viel Zeit, hat mein Kleid gelobt, hat viel und ausgiebig erzählt, so dass ich Einiges an Stoff für das Interview hatte.





Zu meinen regelmäßigen kleinen Aufträgen gehört eine Pilatesreihe auf "der Seite der Frau". Ja, ich kann mir denken, wie das einige jetzt vielleicht finden werden. Diese Seite hat auch Rezepte, sie hat auch etwas verkappte Produktwerbung für Nivea etc....aber sie hat auch viel Charme und nette kleine Glossen, wie ich finde. Und jetzt eben seit Neuestem diese wunderbare Pilatesreihe. Ich wildere für die Fotos etwas im Internet, denn Matias, meinen Mitbewohner, möchte ich für die Übung des Powerhouse nicht bemühen. Aber ob diese Extremübungen, die ich unter "pilates" bei google finde, was für die Leser mit 65 + sind, da habe ich doch meine Zweifel.





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