Freitag, 5. Juni 2009

Y qué se come allí?

Letztens meinte Svenja, sie würde morgen an einer argentinischen Schule etwas über Journalismusstudiengänge erzählen...fand ich spannend und kam gleich mit. Okay, über die Ausbildungsmöglichkeiten zum Journalisten haben wir auch was erzählt, auch was über die Schulausbildung in Deutschland, das Schulsystem etc....aber dann schlitterte das Gespräch doch in eine etwas "breiter gefächerte" Richtung. Kalter Krieg, Holocaust (wie konnte es anders sein), deutsches Essen (esst ihr viel Sauerkraut??), gibt es Obdachlose dort, wieviel bezahlt man im Monat an Miete...die Schüler waren super interessiert, die Fragen hagelten auf uns runter und wir haben unser Land so gut wie es geht vertreten. Die ein oder andere kleine Verzerrung mag dabei entstanden sein. Sie fragten auch, was man über Argentinien denke...und unsere Antwort kam wohl nicht so gut an - Argentinien sei bei den meisten kein großes Thema. Sie fühlten sich etwas "inexistent" und ich hatte ein schlechtes Gewissen. Dann die Killerfrage von einem Jungen aus der dritten Reihe: Was denkt Deutschland über die Politik Lateinamerikas? Wie steht es zu Chávez? Da mussten wir kurz in uns gehen. Die gesamte Klasse hat unser Zögern bemerkt und ist auf den Armen losgegangen: "Frag doch nicht sowas, Mensch!" Und zu uns: "ignoriert ihn, ihr braucht das nicht zu beantworten..." War lustig. Wir haben dann doch versucht, was dazu zu sagen. Die Mädchen waren besonders eifrig, einige haben wild gefragt...und gerade, wenn wir uns mental in die Thematik des Kalten Krieges reingedacht hatten kam eine Frage nach dem Essen. Es war also Flexibilität gefragt. Danach haben die Lehrerinnen uns noch rumgeführt. Die Schule ist riesig - im Erdgeschoss sind die ganz Kleinen, also Kindergarten. Dann werden sie pro Stockwerk immer älter. Alle rannten in ihren "guardapolvos" rum, den weißen Schulkitteln. Eine Schülerin lud uns dann noch zu ihrem Straßentheater ein...war eine interessante Sache.

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