Montag, 8. Juni 2009

Es wird investigativ

Klingeln Sie bitte an der Tür mit dem Kopftuch. Eine vom Alter gezeichnete Stimme, leicht krächzend, teilt mir diese Info mit. Ich werde also übermorgen dort sein. Bei den "madres de Plaza de Mayo" - den Müttern der Verschwundenen der Militärdiktatur. Das Thema interessiert mich, auch wenn vielleicht heute kein Mensch davon spricht und andere Sorgen die Leute beschäftigen. Aber Donnerstag für Donnerstag tragen die madres ihre Bitten öffentlich auf dem Platz vor. Ich will jetzt mehr über sie wissen. Was machen sie aktuell, wie ist die Uni die sie gegründet haben organisiert...wer sind sie genau?



Hinter dieser unscheinbaren Tür verbirgt sich geballter revolutionärer Geist in Form einer knapp 1.50 m großen Frau von 95 Jahren. Juanita hebt die Hand fast kämpferisch, wenn sie von der Geschichte und den Aktionen der Madres spricht. Ergriffen höre ich zu und gehe mit dem Kopf voller Gedanken aus dem von Devotionalien und Geschenken überfrachteten Büro.












Schweigend umrunden die madres den Platz. In erster Linie Touristen werfen sich in ihren Weg, um ein tolles Bild zu ergattern.






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