Freitag, 19. Juni 2009

"Wenn ein Deutscher hier aus einem Hochhaus fällt, ist das eine Nachricht. Wenn es ein Argentinier ist, dann nicht." Korrespondentenalltag in Bs.As.

Buenos Aires von oben. Zum ersten Mal sehe ich die Stadt aus der Luft und bin beeindruckt. Nicht gerade, weil ein beschaulicher Kirchturm neben dem nächsten steht, sondern weil diese Betonverschachtelungen einfach so irre sind. Dazwischen lauter Antennentürme, Straßenschluchten und hier und da ein bunter Farbtupfer.

San Telmo
Gestern hatte ich ein sehr nettes Interview mit dem "dpa-mann" von hier - Jan-Uwe Ronneburger. Entspannt plauderte er über seinen Journalisten- und Korrespondentenalltag vor Ort, über nette Menschen hier, den Kontrast zwischen deutschen und argentinischen Kassiererinnen ("eine argentinische Kassiererin bei Aldi würde wahrscheinlich denken, in einen Zeitraffer geraten zu sein"). Leider passierte mir der Journalisten-faux-pax: meine Batterien gaben mittendrin den Geist auf und dann war der Speicher noch voll - so ein Ärger! Waren die O-töne doch teilweise zu schön. Danach griffelte ich halt mit und versuchte mir alles zu merken. Und jetzt spiele ich mit dem Gedanken, Argentinien nicht nur als "mal für drei Monate" Land zu sehen, sondern als ernsthafte Option für länger in Betracht zu ziehen. Sprich, ich erkundige mich nach Jobs vor Ort. Bisher flatterte mir noch kein Jobangebot direkt ins Haus, aber ich gebe nicht auf.

Argentinier regen sich gerne mal auf. Oft auch mit gutem Grund "con razón!" Dann wirds laut. Bei diesem Foto krachte und knallte es so dermaßen, dass ich das Weite suchte. Sie standen vor einem Gebäude, in dem sich ein Politiker aufhielt - ich glaube es war Macri - und da gerade Wahlkampf ist, ging es heiß her.

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