Mit vier Tagen Zeit in Berlin um dort schnell ein paar Freunde zu treffen, die Wohnung etwas zu verwüsten um sie dann wieder aufzuräumen für den nächsten Zwischenmieter, bin ich nach Bonn zum Rheinischen Merkur aufgebrochen. Lust hatte ich zunächst mal keine.
Das Praktikum hier ist aber sehr nett. Die Kollegen sind sehr nett, ich löchere sie mit Fragen, bekomme auch Antworten, nehme an den Konferenzen teil die laaang und ausgiebig sind, aber auch informativ. Bonn ist grün, saftig, ruhig. Der Rhein ist schön. Und im großen und ganzen hat es mir hier gefallen. Heute fahre ich nach Essen, um bei einer work-in-progress Theaterproduktion teilzunehmen und etwas darüber zu berichten. Ich bin gespannt. Vor allem hoffe ich, dass mir diesmal mein Geld nicht wieder geklaut wird. Das geschah nämlich gestern, beim ersten Versuch, nach Essen zu kommen. Und das war so:
Geldböse weg, Geld weg, Karten weg. Oh je! Aber da steht ein Telefon und die verlorenen Karten kann ich sperren. Also wähle ich die Nummer. Eine elektronische Stimme schickt mich in die Warteschleife. Ich warte. Lange. Lege wieder auf. Nochmal. Diesmal halte ich durch. Die nette elektronische Stimme schickt mich zu einem weiteren Sprachcomputer, der meine Kontonummer wissen möchte. Ich hauche die Zahlen in die Ohrmuschel. „Ich habe Ihre Angaben leider nicht verstanden“, tönt es. Ich spreche lauter. Der Computer wiederholt meine Angaben, aber ich verpasse die erste Ziffer. Aber es können nur EC-Karten gesperrt werden. Kreditkarten gehen über ein anderes Callcenter. Dort, wer hätte es gedacht, erwartet mich Computerstimme Nr. 2, die mich dann aus der Leitung wirft, als ich die Nummer der Filiale meiner Bank nicht in die Tastatur tippen kann. Ich wähle noch einmal, klicke mich durch diverse Stimmen, harre aus, beginne mich zu ärgern. Am Ende klappts mit dem elektronischen Sperren. Und vielleicht habe ich Glück, und der Computer hat beim Zahlenwirrwarr mir das verlorene Geld wieder auf mein Konto überwiesen. Technik sei Dank.
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